UX & Agile Diskussion - 1. Februar in Bern

Endlich gibt es in Bern auch eine Eventreihe für UX, CX, Service Design, Usability, Design und mehr. Sie läuft unter dem Titel: design/discussion http://designslashdiscussion.wordpress.com/. Initiiert wurde das von Isabel Paar und Thomas Kneubühl und ?. Vielen Dank!

Thema am 1. Februar ist Agile & UX. Den Tiel finde ich etwas ungeschickt gewählt "Usability in agilen Projekten - Möglich, nötig, lästig?". User Centered Design und agile Entwicklung sind beides sehr wertvolle Ansätze, ich finde beiden sollten verfolgt werden. Die Herausforderung liegt aber darin beiden Ansätze gleichzeitig gerecht zu werden: Wie verknüpfen wir die beiden Ansätze? Wird ein Teil des Projekts als Waterfall-Prozess geführt? Wie weit sollen die Spezifikationen der UX Designer gehen, wenn wir im agilen Entwicklungsprozess davon ausgehen, dass die einzige Konstante die Veränderung ist?

Ich werde neben zwei oder drei anderen Referenten einen Kurzvortrag halten (20 Folien, 20 Sekunden pro Folie), vor allem bin ich aber gespannt auf die anschliessende Diskussion. Ich hoffe, dass sich auch einige Entwickler dazugesellen, damit wir deren wichtige Perspektive auch vertreten haben! Ihr seid alle herzlich eingeladen.

Datum: 1. Februar 2012 - 18:15 Uhr
Ort: Unitobler, Raum F007, Lerchenweg 36, 3000 Bern

Die Entwickler sind unschuldig…

Wenn ich mit ein schlechtes Interface sehe, dann denke ich schnell: "Was haben sich die Entwickler dabei nur gedacht? Wie konnten sie nur…"

Aber je mehr ich in die Prozesse reinsehe, desto klarer wird mir, dass die Strukturen den Entwicklern es ganz schön schwierig machen, sich Zeit zu nehmen, sich hinzusetzen und zu überlegen, wie man ein Problem auf User Interface Ebene möglichst gut löst. Einsatz für User Experience wird nur in wenigen Unternehmungen honoriert. Ob Entwickler in gute Interfaces investieren, hängt weniger davon ab, ob sie das wollen oder können, sondern vielmehr davon, ob Prozesse installiert werden, welche den Raum für Diskussionen über User Interfaces erlauben und ob gute Kundenerlebnisse Bestandteil der Unternehmensstrategie sind.

Deshalb glaube ich auch, dass wir User Experience Consultants, unsere Beratungsrolle vermehrt ablegen müssen und mehr Projektleitungsverantwortung übernehmen sollten, damit wir am Ruder sind, Strategie und Prozesse nachhaltig beeinflussen können.

In diesem Sinne entschuldige ich mich auch für den Blogpost über die SBB iPhone App. "Lieber SBB iPhone App Entwickler", hätte heissen sollen "Liebe SBB", denn die Kritik sollte sich nicht an die Entwickler richten, sondern and die ganze Unternehmung, an die Product-Owner.

User Experience ist wertlos!

Als überzeugter Evangelist von User Experience habe ich folgendes gelernt: User Experience ist wertlos!

Aus einer wirtschaftlichen Perspektive heraus gesehen hat User Experience keinen eigenen Wert. Ein Unternehmen ist nicht an direkt an bessereren Kundenerlebnissen interessiert, interessant für ein Unternehmen sind:

  • Conversions
  • Kundenbindung / Kundenloyalität
  • Risikoreduzierung bei der Produkentwicklung
  • reduzierte Trainingskosten
  • reduzierte Supportkosten
  • reduzierter Personalaufwand
Wir sollten aufhören UX als UX zu verkaufen und beginnen Risikomanagement in Entwicklungsprojekten, Qualitätsmanagement von Produkten zu verkaufen. Wenn wir Unternehmer überzeugen wollen, müssen wir ihre Sprache lernen und einsetzen, ihnen den Nutzen aufzeigen.

Als UX Consultants glauben wir zu sehr, dass UX einfach per se gut ist, das UX einfach wichtig ist, ohne uns selbst zu fragen, wieso das wichtig ist, wieso ein Unternehmer auf uns hören sollte, warum er UX Methoden einsetzen sollte.

Also UX Consultants: Hören wir doch auf UX zu machen. Starten wir damit durch eine sorfgältige Bedürfnisanalyse das Projektrisiko zu reduzieren, mit Prototypen die Marktfähigkeit des Produkts zu testen, mit Usabilty Tests Qualitätsziele zu überprüfen, denn UX ist wertlos…

Next UX Book Club: Designing for the Digital Age by Kim Goodwin @ Ginetta Zürich

We read "Designing for the Ditigal Age" by Kim Goodwin.

Designing-for-the-Digital-Age-Goodwin-Kim-9780470229101.jpg

It's extensive and spans 700 pages, that's why we discuss it on three seperate meetings.

  • 3rd of March | Chapters 1 to 10
  • 7th of April | Chapters 11 to 16
  • 12th of May | Chapters 17 to 26

You're welcome to join, also if you can only attend one time:
http://www.amazee.com/ux-book-club-switzerland

Simfy: Spotify für die Schweiz?

Simfy bietet ein Flat Rate für Musik, das Streaming von 6,3 Millionen Songs ist gratis, wer aber die Songs lokal bei sich auf dem Desktop oder auf einem Smartphone haben will, bezahlt einen monatlichen Beitrag von 14.50 CHF. Man besitzt die Musik also nicht selbst, aber dank einer Desktop App, wo man sich selbst Playlists zusammenstellt, soll es so anfühlen als sei es die eigene Musik. Vielleicht hast du schon von Spotify gehört, die beiden Dienst sind von der Idee her identisch, wobei Spotify von vielen für ihr Interface gelobt worden ist. Ich hatte selbst mal kurz die Möglichkeit Spotify auszuprobieren und war begeistert.

Bild_4

Ich konnte mir lange nicht vorstellen Musik zu mieten, inzwischen sehe ich das anders. Natürlich will ich immer noch Musik besitzen, zu welcher ich eine emotionale Bindung habe, aber Musik die ich einfach gern höre, kann ich inzwischen doch auch einfach mieten. Hierbei allerdings ist die Integration wichtig: Ich will nicht in einem Programm meine gekaufte Musik und in einem anderen mein gemietete Musik haben, Spotify integriert hier sehr schön, man kann seine bestehende Library in die Spotify Applikation importieren und das elegante Interface von Spotify nutzen. Simfy fehlt leider eine solche Möglichkeit noch (eine solche ist aber für zukünftige Versionen geplant), leider fühlt sich die Air-Applikation von simfy weniger elegant an als spotify. Sollte spotify in der Schweiz starten, hätte simfy wohl einen schweren Stand.

Solche Dienstleistungen zeigen den interessanten Shift von physischen Gütern zu digitalen Gütern und dass man je länger desto öfters Güter nicht mehr besitzt, sonder diese als in Form von Dienstleistungen nutzt (ein anderes Beispiel dafür ist Mobility, man besitzt nicht mehr ein Auto, sondern nutzt den Service). Man nennt das auch "Transmaterialization".

Wenn man Applikationen wie Spotify oder Simfy benutzt, merkt man übrigens sehr deutlich wie aufgeblasen iTunes inzwischen ist. Ich denke Apple täte gut daran, iTunes in mehrere Applikationen aufzuteilen. 

Am nächsten Web Monday stellen sich simfy übrigens selbst vor.

Wie man Menüpunkte nicht benennen sollte...

Lieber SBB iPhone App Entwickler

Die Benennung von Navigationselementen ist keine einfache Aufgabe, ich weiß. Aber wenn cih bei einem Menupunkt Tageskarte lese, nehme ich grundsätzlich an, dass ich dort etwas zu Tageskarten finden sollte, du nicht?

(unter dem Menüpunkt Einzelbillet/Tageskarte konnte ich keine Tageskarte kaufen, wo das möglich ist, habe ich nicht herrausgefunden.)

Foto